Die Theater-AG der Chiemsee-Realschule spielt sich in die Herzen der Zuschauer

„Nachspielzeit“ – Passend zum Einzug der Damen ins Fußball-WM-Finale handelt das diesjährige Theaterstück der Chiemsee-Realschule von einem Mädchen-Fußball Team.

Reges Treiben herrscht am Dienstag, den 26. Juli 2022, hinter der Bühne in der Aula der Chiemsee-Realschule. Kinder werden geschminkt, Kostüme angezogen, Requisiten aufgebaut und vorbereitet sowie letzte Technikvorkehrungen getroffen. „Ich bin wahnsinnig aufgeregt, fühle mich aber trotzdem gut. Wir schaffen das schon!“, lautet die einhellige Meinung der jungen Schauspieler. Währenddessen füllt sich der Zuschauerraum bis auf den letzten Platz.

Nach den letzten beiden pandemiegeprägten Schuljahren konnte die Theater-AG endlich wieder ein Theaterstück aufführen. Die zehn fleißigen Schülerinnen und Schüler der siebten bis neunten Jahrgangsstufe arbeiteten seit September gemeinsam daran, ein Bühnenwerk auf die Beine zu stellen. Die Proben beschränkten sich hierbei nicht nur auf die gewöhnlichen Donnerstag-Nachmittage, an welchen das Wahlfach stattfindet. Auch an den letzten Wochenenden sowie an sechs Tagen vor der Aufführung wurden kontinuierlich von morgens bis abends Szenen einstudiert, überarbeitet und verbessert. Dabei nahm sogar ein externer Theaterspieler aus Hamburg an den Proben teil, um dem Stück den letzten Feinschliff zu verpassen. Dies war auch zwingend notwendig, nachdem bis Mai lediglich mit Maske und Abstandsregelung geprobt werden konnte, was die Teilnehmer vor immense Herausforderungen stellte.

Ganz im Sinne des klassischen Theaters von Aristoteles handelt es sich bei dem Bühnenstück um ein geschlossenes Drama, welches die „Einheit von Ort, Handlung und Zeit“ befolgt. Das bedeutet, dass Zeitsprünge, Ortsveränderungen und Nebenhandlungen ausgeschlossen sind. Eine Schulmannschaft, deren Mitglieder nicht unterschiedlicher sein könnten, wird bei einem Fußballspiel mit 1 : 9 vernichtend geschlagen. Am absoluten Tiefpunkt angelangt, werden sie auch noch von der Co-Trainerin Karo (Hannah Worlitzer) in der Umkleide eingesperrt. Und als wäre das nicht genug, taucht plötzlich ein seltsamer Putzmann namens Peter (Johannes Bielmeier) auf, der ihnen das Leben bestimmt nicht leichter macht. Sie sind kein Team und keine nimmt freiwillig an dieser Sport-AG der Schule teil. Alexandra (Mariella Weber) wurde von der Theater-AG „strafversetzt“. Tabea (Marlene Pfaffinger) wollte mal nicht der Hockey-Star sein, der sie sonst überall ist, Max (Elise Farooq), der einzige Junge, ist wegen Tabea hier und Hanna (Anna-Lena Brunner) wegen Elisabeth (Anna-Sofia Bachmaier). Claudia (Anna Burmann) will ihrem kranken Freund beweisen, dass sie ihn liebt, Mia (Mathilde Marseille) hat sich einfach nur vertan und Anja (Anna Hamberger) versteckt sich vor ihrem Bruder Peter. Als Karo schließlich wiederkommt und sie rauslassen möchte, haben die sieben Mädels und eine Typ ordentlich ausgeteilt sowie eingesteckt und den „Team-Geist“ je auf ihre eigene Weise doch noch gefunden.

„Obwohl die Vorlage zum Stück erst ein paar Jahre alt ist, mussten wir viele Textstellen umschreiben, um sie an unsere Theatergruppe anzupassen. Jugendsprache wandelt sich nunmal wahnsinnig schnell“, erklärt Simone Röhrl, die Leiterin der Theater-AG. „Es ist unglaublich, mit wie viel Engagement, Fleiß und Eigeninitiative die Schülerinnen und Schüler bei der Sache waren. Ich bin unfassbar stolz auf meine jungen Schauspielerinnen und Schauspieler!“

Doch auch ohne die tatkräftige Hilfe weiterer Personen und Schüler wäre das Projekt wohl nicht umsetzbar gewesen. Benjamin Schmid hat die Theater-AG bei den Proben unterstützt und auch hinter der Bühne den Überblick bewahrt. Johanna Weber sowie Paula Kotiers haben bei der Erstellung der Requisiten tatkräftig mitgewirkt, während Philipp Matousek mit einigen Schülern die Lichttechnik übernahm. Eine echte Überraschung bereitete die ehemalige Schülerin und Teilnehmerin der Theater-AG, Hannah Weaver, die wie selbstverständlich den Schauspielern ein professionelles Make-Up zauberte. Zahlreiche weitere ehemalige Schülerinnen und Schüler ließen es sich nicht nehmen, als Zuschauer an ihre alte Schule zurückzukehren: „Es ist einfach immer wieder schön, hier zu sein.“

In der Pause des 80-minütigen Stückes konnten sich alle Gäste am Buffet, welches die Klasse 7C mit Hilfe des Elternbeirates gezaubert hatte, stärken. Susanne Wagner, Sigrun Schuster und Manuela Burmann unterstützten die Schülerinnen und Schüler zusätzlich mit einem Getränkeverkauf, dessen Erlös dankenswerterweise der Theater-AG zugutekommt.

Um 19 Uhr beginnt das Stück in der Aula der Chiemsee-Realschule. Gebannt lauscht das Publikum dem umfangreichen sowie teilweise durchaus auch provokativem Text, den die Schauspieler auswendig zu lernen hatten. Am Ende wird die harte Arbeit belohnt: Tosender Applaus schallt den Darstellern, die ähnlich wie ihre Rollen im Laufe des Jahres zu einem echten Team geworden sind, entgegen.

Simone Röhrl

Besuch des Tutorenseminars

Am 4. Juli reisten zwanzig unserer Achtklässler gemeinsam mit Herrn Hoffmann und Frau Richthammer nach Oberaudorf an den schönen Luegsteinsee, um dort im malerisch gelegenen Jugendbildungshaus ihr Handwerk als Tutor genauer kennen zu lernen.

Die Gruppe fand sich durch die angeleiteten Kennenlernspiele schnell zusammen, wodurch eine zielgerichtete Arbeit möglich war. In verschiedenen Gruppenarbeitsphasen und Projekten lernten die angehenden Tutoren auf spielerische Art und Weise, was es bedeutet, im Team zu arbeiten, eine Gruppe zu leiten und durch Motivation und sinnvoll eingesetzte Spiele bei Laune zu halten. Nach dem harten Tageswerk folgte am Abend bei Lagerfeuer, Musik und Billiard der gemütliche Teil.

Am zweiten Tag schließlich konnten einige Ideen und deren Planung und Durchführung besprochen werden. Die Kinder freuten sich am Ende der Tage sehr darauf, ihre Projekte mit den Fünftklässlern umzusetzen.

Das Projekt wird unterstützt und gefördert vom KJR Rosenheim und über den Bayerischen Jugendring aus Mitteln zur Umsetzung des Kinder- und Jugendprogramms der Bayerischen Staatsregierung.

Ein besonderer Dank gilt Claudia Kreutzer, welche diese Tage für uns seit Jahren mit großem Engagement organisiert und durchführt.

(Benjamin Hoffmann / Miriam Richthammer)

Die Schülerinnen und Schüler der Chiemsee-Realschule setzen ein Zeichen!

Abschlussklassen besuchen die Gedenkstätte des Konzentrationslager Dachau

Coronabedingt war die Exkursion zuerst verschoben, dann auf unbestimmte Zeit abgesagt worden. Nun endlich konnten die 10a und die 10b am 23.05.22 diese so wichtige Erfahrung des Besuchs eines ehemaligen Konzentrationslagers machen. Aufgeregt, dass man überhaupt wieder eine Fahrt unternehmen kann, stiegen die beiden Klassen in den Bus. Angekommen am Jourhaus, dem Eingangsbereich der Gedenkstätte wich die freudige Stimmung einer Ernsthaftigkeit und Bedrücktheit. Nach einer 2-Stündigen Begehung des Geländes inklusive einer Führung waren sich die Schüler einig, um wieviel klarer sie nun die Zeit des Nationalsozialismus und die Verbrechen dieser Zeit einordnen können.

„Ihr seid nicht schuld an dem, was war, aber verantwortlich dafür, dass es nicht mehr geschieht. “ (Max Mannheimer 1920-2016, Holocaust-Überlebender)

Besuch der Ordenswerke Haus Schwarzenberg in Bad Feilnbach

Drei Suchtkranke besuchten zusammen mit ihrer Therapeutin Frau Bettina Neumayr am 20. Mai 2022 die Klasse 7a für zwei Schulstunden.

Die Ordenswerke wie das Haus Schwarzenberg in Bad Feilnbach nehmen Suchtkranke nach einer richterlichen Einweisung oder Entzug im Krankenhaus auf, um sie zu therapieren und wieder ins eigenständige Leben ohne die Drogen zu führen. Die Therapeuten arbeiten mit den Bewohnern an Strategien, wie die Ursachen und Trigger der Abhängigkeit vermieden werden können. Ein Teil der Therapie stellt das öffentliche Sprechen über ihre Abhängigkeit dar, weshalb die Ordenswerke gerne auch mit Schulen zusammenarbeiten.

Dabei berichteten die Besucher vom Leben in der Einrichtung, den strengen Regeln dort, deren Arbeit im Haushalt und mit Tieren. Was am meisten beeindruckte war die Offenheit, mit der die Besucher über ihr Leben mit der Droge gesprochen haben.

Der intime und bewegende Einblick in solch ein Leben bleibt sicherlich hängen und wir bedanken uns für die vielen Fragen, die so offenherzig und mit Fachwissen beantwortet wurden.

Besuch im Landtag der Klasse 10b

Am 18.5.2022 ging es für die 10b nach coronabedingter Zwangspause endlich mal wieder auf Klassenfahrt ins weit entfernte … München. Es stand ein Besuch im Landtag an, um der staubigen Theorie über Parlament, Abgeordnete, Ausschüsse und Gesetze ein wenig Leben einzuhauchen.

Nachdem die Zeit beim Gang vom Ostbahnhof zum Maximilianeum noch genutzt wurde, um auf einige architektonische Highlights hinzuweisen, ging es im Maximilianeum selbst mit einer Führung durch die altehrwürdigen Hallen weiter, bei der wir den historischen Bau näher kennenlernen durften.

Aber wir waren ja auf Landtagsbesuch, um etwas über die politische Praxis zu erfahren. Einen Einblick in diese bekamen wir in der Sitzung des Ausschusses für Eingaben und Beschwerden, bei der wir hautnah miterleben konnten, mit welchen Problemen sich die Bürger an die Politik wenden und wie über diese im Ausschuss bestimmt wird.

Unser Programm ging danach im Plenarsaal weiter, wo wir die Chance hatten, mit fünf

Abgeordneten von verschiedenen Parteien über unterschiedlichste Dinge wie Schul- oder Arbeitspolitik zu diskutieren und lebensnah gezeigt bekamen, dass Politik von verschiedenen Meinungen und Kompromissbereitschaft lebt.

Abgeschlossen wurde unser Besuch mit einem Mittagessen (von vielen als der beste Programmpunkt bezeichnet), bei dem uns dann der Ministerpräsident persönlich guten Appetit gewünscht hat. Da hat das Schnitzel gleich nochmal so gut geschmeckt.

Danach ging es über einen architektonisch weniger schönen Weg zurück zum Ostbahnhof und letztlich nach Prien, wo dann die Klassenfahrt beendet war.

Eine Reise entlang der Seidenstraße

Im Fach Geografie unternimmt man immer wieder Fantasiereisen in fremde Länder und Kulturen.

Am schönsten ist es jedoch, wenn man einen Reisebericht und die Erfahrungen des Reisenden aus erster Hand hören und nacherleben kann.

So hatten die 7.Jahrgangsstufen das Glück am 24.03.2021 einen Vortrag von Herrn Oliver Kleine, einen Diplomaten, der bereits viele Länder gesehen hat, samt von ihm gemachter Fotografien zu bestaunen. Er berichtete uns von seiner Reise entlang der Seidenstraße, die einst die wichtigste Handelsroute von Europa nach Asien war.

Schnell hatte er die SchülerInnen mit spannenden Geschichten über die Seidenspinnerraupe, die Verständigung ohne eine gemeinsame Sprache oder die Unterschiede in Bezug auf das kulinarische Essen begeistert.

Wir danken vielmals für diese lebendige und abwechslungsreiche Geografiestunde, die trotz virtuellem Zusammentreffen möglich war!

Yulia Tuchina